Auf dem Sampler "Tribute To The Petards" sind The Electric Family mit dem Song "Long way back home" vertreten! Eine Soundprobe via Real-Player gibt's hier.
Gefällt Dir dieser Song? Klasse! Den und 16 weitere gibt's auf der Tribute-CD! Zur Bestellung geht's hier!
Was für eine Familie!
Man nehme Musiker verschiedener Generationen (von 6 bis 60) aus unterschiedlichen Genres vom Punk, Jazz, Country & Western, Folk, Krautrock, Spacerock, Ethno, Gothik bis zu Trance und Ambient, lockt sie in ein Tonstudio - und lässt sie machen. Die Rede ist von der "Electric Family"!
Die Electric Family sind ein seit rund 6 Jahren gefeierter musikalischer Familienverband, der seit Bestehen des Projekts stets neues Terrain erspäht, Grenzen überschreitet, wagt und ausprobiert - dem Zeitgeist und Gevatter Trend immer entgegengesetzt.
Und so entstand mit "Ice Cream Phoenix" (VÖ: März 2003) das erste Studioalbum der Electric Family in diesem Jahrtausend. "Es gibt nichts Vergleichbares in Deutschland", meinte Kritiker Philipp Roser (u.a. Good Times Magazin) anerkennend und Rockschreiber-Ikone David Fricke, Redakteur beim US-Rolling Stone und Buchautor aus New York, war von den Aufnahmen zum neuen Album dermassen begeistert, dass er sich spontan anbot, die Liner Notes für das Album zu verfassen:
"Der Albumtitel stammt von einem gleichnamigen Song von JEFFERSON AIRPLANE's Album Crown Of Creation , den Gitarrist JORMA KAUKONEN 1968 als Abgesang auf das herrliche Haigh-Asbury Experiment 1966-67 geschrieben hatte. Als zeitweilig der Himmel auf Erden herrschte und ‚Love' das einzige Gesetz war, das galt. Ab 1968 hatte sich das erledigt , und Drogendealer, Rockergangs und ähnliches Kaliber bevölkerten die Szene. So zeichneten Kaukonen und AIRPLANE- Diva GRACE SLICK in "Ice Cream Phoenix" ein düsteres Bild von dreckigen Städten und abgestumpften Bewohnern und fragten: "Seid Ihr so alt, dass Ihr keine Kindheit habt?"
Aber der Sinn des Haigh-Ashbury Wunders war nicht an Ort oder Zeitpunkt gebunden, sondern fand sich im zweiten Vers des Songs: "Bewahre Dein Lächeln, nimm meine Hand und sei glücklich. Diese traurigen Bilder sind nicht das, was sie zu sein scheinen."
Ice Cream Phoenix, das dritte Studioalbum der ELECTRIC FAMILY ist eine Erneuerung dieses Versprechens! Die Familie entfacht hier wahre Magie und beweist dabei frischen psychedelischen Glauben. THE ELECTRIC FAMILY, angeführt von ihrem Gründer Tom THE PERC Redecker, ist nicht nur eine Band, sondern ein Stamm, der sich aus Sängern und Musikern aus drei Jahrzehnten deutscher Space Music zusammensetzt. So sind nicht nur Mitglieder ehemaliger Bands wie Thirsty Moon, Embryo, Amon Düül II, Grobschnitt, Agitation Free und Lok Kreuzberg dabei, sondern auch im Geiste verwandte Kollegen aus dem Tav Falco- und Page/Plant-Umfeld gehören zum Stamm der Electric Family.
Ice Cream Phoenix ist ein wirkliches Gemeinschaftsprojekt geworden. Zum Teil im ehemaligen Ost-Berlin aufgenommen, führt es Musiker aus beiden Teilen links und rechts der ehemaligen Mauer zusammen. Rainer Kirchmann und Ingo York von Pankow und Anke Lautenbach sind ebenso dabei wie Agitation Free-Trommler Burghard Rausch und der Pedal Steeler Hermann Lammers-Meyer, ein Country-Veteran, der auch in Austin und Nashville ein Begriff ist. Nur ein paar Namen!
Die beste psychedelische Musik - jeder Epoche - ist Bilder-Musik. Die Atmosphären und unentdeckten Landschaften von Ice Cream Phoenix werden dem Betrachter hier geradezu lebendig vor Augen geführt: Die zwielichtige Spannung aus Peter Apels knirschenden Gitarrenausbrüchen und Redeckers tiefer Prediger-Stimme in "Last Phase Of The Moon", das sich aufbauende Wetter-Szenario in "Airchild", vom vernebelten Morgen-Weinen der Pedal Steel bis zum Trommelfeuer aus Hanno Janssens Schiessbude. Das stolze Wüstenleben in "Wisdom Of Wolves", das von staubtrockenen Gitarren und den mörderischen Stimmen von Redecker und Carlo von Putten beschworen wird.
Man kann sich in dieser Platte verlieren - von den Trance-Gitarren und Keyboard-Lichtringen bei "Landmark Visions" über die vulkanischen Piano-Kluster der sich ständig entwickelnden Jam bei "Solid Structure" - bis zur blendenden Wiedererstehung von PINK FLOYS's Donnerstück "Careful with That Axe, Eugene". In Michelangelo Antonionis Film "Zabrieski Point" 1970 diente der Song als Soundtrack bei der Zerstörung des Death Valley- Hauses. THE ELECTRIC FAMILY geht eigene Wege bei diesem Titel: Das bedrohliche Jaulen der Pedal Steel auf den zirkulierenden Presstönen von Didgeridoo, dazu das gleichmässige Schnarren der Tambura, ein geradezu gebetsmässiges Dröhnen. Wenn dann die finale Explosion kommt, fühlst Du, wie die steigende Furcht und Paranoia in einer weiten offenen Leere verschwindet - in einer warmen und freundlichen Luft.
Ironischerweise endet JEFFERSON AIRPLANE'S Crown Of Creation ähnlich, mit dem Niedergang und der Wiederaufstehung von "The House at Pooneil Corners". Grace Slick und Marty Balin singen in der letzten Strophe über eine eigentlich gute Welt, die dringend repariert werden muss: "Von hier bis zum Himmel reicht eine Narbe/ Leere Mitte - tief wie der Tod/ All diese Idioten sind gegangen."
Ice Cream Phoenix hat die Musik, die wir hören, wenn sie gegangen sind - und die Liebe ist wieder das Gesetz!"
Soweit David Fricke über das neue Album der Electric Family. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht der Erwähnung, dass sich auch Liedermacherin Ulla Meinecke dem Charme dieser Familie nicht entziehen konnte. Ihr Beitrag bei "Solid Structure" zählt sicherlich zu den Höhepunkten der besagten Platte!
Für den Petards-Sampler spielten Electric Family den Song "Long way back home" ein - anhören! :-)